Weiterentwicklung POTSDAM LAB

Künstliche Intelligenz und Ratsinformationssystem, Stadtmöbel und Dezentrales Lab
Es sind in einer Abbildung zwei Personen im Gespräch dargestellt. Weitere Symbole stellen Kommunikation, Ideenfindung und Gedankenaustausch dar.
© LHP / Insa Bortfeldt

Wissenstransfer und Design Thinking im Stadtzentrum

Das POTSDAM LAB ist eines der Leuchtturmprojekte des Modellprojekts Smart City Potsdam. Auf einer Fläche von 300qm, eingerichtet mit flexiblen Design Thinking Möbeln, ausgestattet mit Up-to-date Veranstaltungstechnik und kreativem Arbeitsmaterial, ist das LAB ein Raum zum Lernen, Begegnen und Ausprobieren für innovative Stadtentwicklung.

Auf dem Bild arbeiten Menschen zusammen. Sie sitzen am Tisch oder kleben Notizzettel an eine Magnetwand
© proWissen Potsdam
Arbeiten im POTSDAM LAB

 

„Wie wollen wir gemeinsam in der Stadt leben?“ ist die Leitfrage des POTSDAM LAB.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Bundesministerin Klara Geywitz und dem ehemaligen Oberbürgermeister Mike Schubert am 14.10.2023 ist das LAB Schnittstelle für die vielfältige Stadtgesellschaft und ermöglicht den Wissenstransfer in die Stadt, um Wirkung dort zu erzielen, wo sie gebraucht wird.

In Kurzworkshops (90. Min.) und Ideenworkshops (180 Min.) wird methodisch kreativ und pragmatisch gearbeitet, immer mit Blick auf die Umsetzbarkeit. Vom Wissen ins Handeln zu kommen ist das Ziel.

Das LAB ermöglicht neues Denken, „out of the box“, es kann über Abteilungs-/ Sektorengrenzen hinweg gearbeitet werden. Durch den direkten Austausch entstehen Vernetzung und Synergien.

Bürgerschaft, Verwaltung und Wissenschaften bringen hier ihre Expertise und Erfahrungen ein, um Ideen und Lösungen für aktuelle Themen zu erarbeiten, die dann – so weit wie möglich – in Angebote der Stadt münden. 
Auf diese Weise steht das POTSDAM LAB auch für einen neuen gesellschaftlichen Dialog und ein konstruktives Miteinander.

Seitdem finden im POTSDAM LAB verschiedene Formate statt vom Design Thinking Kurzworkshop, Lebendigen Portraits, New Work Workshops zu Innovations Boostern.

Das Teilprojekt POTSDAM LAB beinhaltet zudem drei unterschiedliche Unterprojekte 

KI Prototyp: 
Mithilfe eines sogenannten Large Language Models (kurz: LLM; auf Deutsch: Große Sprachmodelle) möchte die LHP im Rahmen des Modellprojekts Smart City die Recherche im Ratsinformationssystem und dessen Transparenz verbessern. 
Das öffentlich zugängliche Ratsinformationssystem strukturiert die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung und ihrer Ausschüsse und bildet wesentliche kommunalpolitische Prozesse ab. Die Informationen werden von unterschiedlichsten Gruppen genutzt und reichen beispielsweise vom Sitzungskalender, Anfragen aus der Bürgerschaft und der Fraktionen über die Tagesordnungen bis hin zu den Vorlagen und Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung. 
Eine intelligente Suche kann die bisher klassische Recherchemaske erheblich vereinfachen. Nutzerinnen und Nutzer können in der Interaktion mit der intelligenten Suche ihre Fragen in natürlicher Sprache stellen und eine KI-generierte Antwort mit den notwendigen Informationen erhalten.

Stadtmöbel: 
Potsdam modernisiert seine Stadtmöblierung durch innovative, flexible Lösungen und smarte Ansätze, um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Seit August 2025 testet die Stadt am Alten Markt mobile, per App ausleihbare Klappstühle. Da dort wegen des Denkmalschutzes keine festen Bänke installiert werden dürfen, stehen nun in einer Verleihbox zwölf bunte Holz-Klappstühle bereit. Diese können via App kostenfrei genutzt werden.

Dezentrales Lab: 
Das POTSDAM LAB dezentral ist die dezentrale Variante des POTSDAM LAB. Es legt den Fokus auf die aufsuchende Beteiligung und die partizipative Gestaltung von Lösungen für einzelne Quartiere in der Stadt Potsdam. Damit ist das POTSDAM LAB dezentral ein Vehikel zur Quartiersentwicklung.

In Abgrenzung zum POTSDAM LAB in der Wissenschaftsetage, legt das POTSDAM LAB dezentral den Schwerpunkt auf die durch Bürger:innen herangetragenen Wünsche und Bedürfnisse bei der Veränderung in einem ausgewählten Quartier.

Aus der Best Practice-Recherche hat sich ergeben, dass bei vielen Bürger:innen ein großer Wunsch nach Austausch, Gemeinschaft, Begegnung besteht. Ziel des Formats ist es daher, Menschen ganz unterschiedlicher Hintergründe zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam Lösungen für relevante Probleme in der unmittelbaren Umgebung zu gestalten.

Formate im POTSDAM LAB
Design Thinking Kurzworkshop

Was ist es?
Der Kurzworkshop Design Thinking ist ein 60-90minütiges Format zum Kennenlernen der Methodik. Das Format erfordert keinerlei Vorkenntnisse und steht allen offen. Es kann ab einer Teilnehmerzahl von 6 Personen stattfinden und mit bis zu 20 Personen durchgeführt werden.

Wie funktioniert es?
Der Kurzworkshop Design Thinking ist ein Schnelldurchlauf durch die drei Phasen des Innovationsprozesses Explorieren, Kreieren, Erproben. Anhand einer konkreten Fragestellung werden die Teilnehmenden in Zweier-Teams und angeleitet durch einen Design Thinking Coach durch den Prozess des nutzerzentrierten Designs geführt. Der Modus des Formats wechselt zwischen kurzen Inputs und aktiver Arbeit im Zweier Team. Am Ende stehen konkrete Lösungen in Form von schnell fassbar gemachten Ideen, die kurz präsentiert werden. Zu Beginn gibt es eine kurze Einführung in das POTSDAM LAB, zum Abschluss gibt es Zeit für Feedback und Fragen der Teilnehmenden.

Lebendige Portraits

Was ist es?
Das Format Living Portraits bietet sich an, wenn man den Bürger:innen-Fokus erleben, Nutzer:innenbedürfnisse verstehen, Prototypen bauen möchte.

Wie funktioniert es?
Das Format Living Portraits ist ein 3h-Format, in dem man die Methodik des POTSDAM LAB kennenlernen kann. In Abgrenzung zum Format Kurzworkshop Design Thinking lässt sich bei den Living Portraits das essentielle Prinzip der Empathie und der nutzer:innengerechten Gestaltung besonders erleben. Das Format erfordert keinerlei Vorkenntnisse und steht allen Bürger:innen der Stadt Potsdam offen. Es kann mit mindestens sechs und maximal 30 Teilnehmenden durchgeführt werden. Die Offenheit des Formats erfordert keine aufwendige Rekrutierung von Teilnehmenden.
Die Living Portraits starten mit einem Set aus Bildern aus dem Alltag einer Person. Die Teilnehmenden, die in Teams vom 3-5 Personen zusammenarbeiten, sind aufgefordert, zunächst die Fotos anzusehen und zu sortieren und anschließend Hypothesen zu der dahinter stehenden Person zu machen und in Form einer Persona, einem/r prototypischen Nutzenden, zu visualisieren. In diesem Teil wird die Exploration des Design Thinking Prozesses eingeübt. Anschließend durchlaufen die Teams die weiteren Phasen (Kreieren und Erproben) des Design Thinking Prozesses. Die Teams werden von einem Design Thinking Coach unterstützt. Der Modus des Formats wechselt zwischen kurzen Inputs und aktiver Arbeit in den Teams.

New Work Workshop

Was ist es?
Übergreifende Zusammenarbeit ermöglichen (raus aus Silos). Fokus auf Dialog und Austausch statt Debatten. Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und besser zusammenzuarbeiten.
Ziel: alle Teilnehmenden aktivieren, strukturierte Interaktion zeigen, produktive Dynamiken ermöglichen, Förderung von Teamzusammenhalt und Kreativität
Wofür: (große) Gruppen, Organisationseinheiten, hierarchiekritische Kontexte

Innovation Booster

Der Innovation Booster dient dazu konkrete Ergebnisse zu einer spezifischen Fragestellung zu entwickeln. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Ergebnissen.

Was ist es?
Ein Auftraggeber gibt einen Arbeitsauftrag an das POTSDAM LAB. Für die Bearbeitung durchlaufen ein bis drei Teams parallel und unter Anleitung der Design Thinking Coaches in einem 6-stündigen Format eine spezielle Phase des Innovationsprozesses – Explorieren, Kreieren, Erproben – und übergeben die Ergebnisse anschließend an den Auftraggeber.

Wie funktioniert es?
In einem Auftragsklärungsgespräch werden die konkrete Fragestellung, die Rahmenbedingungen für den Innovation Booster geklärt. Die Design Thinking Coaches konzipieren den Innovation Booster (Agenda, Templates, Präsentation), leiten die Veranstaltung und coachen die Teams. Zum Abschluss des Formats werden die Ergebnisse präsentiert und in einer kurzen Ergebnisdokumentation festgehalten.

Allgemeine Infos:
Anschrift: POTSDAM LAB
Wissenschaftsetage im Bildungsforum
Am Kanal 47, 14467 Potsdam

Mail: potsdamlab@prowissenpotsdam.de

Öffnungszeiten:
Mo –Fr, 10 –18 Uhr
Sa, nur in Ausnahmefällen

Maßnahmenfelder: Verknüpfung digitaler und analoger Teilhabe; Quartiersentwicklung


Kontakt AG Smart City: AG-Smart-City@rathaus.potsdam.de