Die deutsche Bevölkerung altert zunehmend. Gleichzeitig sind die Geburtenraten rückläufig. Der damit verbundene demografische Wandel ist einer der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte mit weitreichenden Auswirkungen auf viele Bereiche der Gesellschaft.
Doch was bedeutet das aus Sicht der Stadtentwicklung und konkret für das Leben in den Quartieren, wenn größere Bevölkerungsgruppen aufgrund ihres hohen Alters aus den Quartieren unterstützungs- oder gar pflegebedürftig werden und aus den Quartieren bzw. dem Quartiersleben verschwinden?
Die Maßnahme „Zusammen-(h)-alt im Quartier“ widmet sich diesen Zusammenhängen und will der Frage nachgehen, wie sich Potsdams Quartiere in der Zukunft in Bezug auf alternde Bevölkerungsgruppen verändern werden, welche gesellschaftlichen „Folgekosten“ zu erwarten sind und wie ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf in das Leben im Quartier eingebunden werden können. Zu diesem Zweck werden Handlungsempfehlungen für die Verwaltung erarbeitet, die im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung entstehen. Aber auch das POTSDAM LAB dezentral hat während der beiden Design-Thinking-Workshops, die im September 2025 und Februar 2026 im Stadtteilladen Bornstedt durchgeführt wurden, spannende Ideen für mehr nachbarschaftliches Miteinander erarbeitet.
Auf der praktischen Ebene sollen ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf technische Möglichkeiten kennenlernen, die Ihnen das Verbleiben in der eigenen Häuslichkeit erleichtert. Zum einen wird der Pflegestützpunkt, den die Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit der IKK betreibt, um smarte Assistenzsysteme ergänzt, über die sich Interessierte sowohl vor Ort als auch im Rahmen eines Hausbesuchs informieren können. Darüber hinaus sollen smarte Assistenzsysteme in einem mehrmonatigem Pilotversuch direkt in den Wohnungen der Betroffenen erprobt werden. Das Klinikum Ernst von Bergmann, das bereits infolge seiner Teilnahme am Projekt „Smart-City Forst“ umfangreiche Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln konnte, steht uns als Umsetzungspartner zur Verfügung. Die ProPotsdam unterstützt als zweiter engagierter Kooperationspartner in diesem Pilotversuch bei der Teilnehmendenakquise in Bornstedt. Damit möchte Potsdam in Deutschland zu einem Vorreiter für integrierende Stadtentwicklung werden, die zugleich den Herausforderungen des demografischen Wandels sowie den weitreichenden Aufgaben eines zunehmend überforderten Gesundheits- und Pflegesystems begegnet.
Maßnahmenfeld: Quartiersentwicklung
Kontakt AG Smart City: AG-Smart-City@rathaus.potsdam.de