Die Landeshauptstadt Potsdam leidet seit einigen Jahren unter extremer Hitze im Sommer als Folge des Klimawandels. Das Ende 2022 veröffentlichte Gutachten mit Daten zum Stadtklima zeigt eine Vielzahl von urbanen Hitzeinseln auf, also öffentliche Plätze ohne Verschattung. Diese befinden sich nicht nur in der Innenstadt, u.a. am Hauptbahnhof, dem Alten Markt und rund um das Holländische Viertel, sondern auch in Wohngebieten mit besonders hoher Bebauungs- und Siedlungsdichte, etwa Am Stern, in der Waldstadt sowie im Schlaatz.
Das Teilprojekt „Cooling Points“ trägt dazu bei, die Potsdamer:innen stärker vor extremer Hitze zu schützen Zur Durchführung dieser Maßnahme wurden exemplarisch zwei möglichst unterschiedliche Standorte ausgewählt: Der Steubenplatz in der Potsdamer Innenstadt und der Johannes-Kepler-Platz Am Stern.
Der „Cooling Point“ am Steubenplatz ist eingebettet in die Sanierungsmaßnahme „Potsdamer Mitte“, d.h. die bisherigen Planungen für den Steubenplatz wurden im Zuge der Smart-City-Förderung ergänzt. Da für den Steubenplatz bereits Begrünungselemente in Planung sind, wurde überlegt, wie das Thema Wasser stärker auf den Platz gebracht werden kann. Angesichts zunehmender Dürrephasen ist die Entscheidung auf eine Zisterne gefallen, die das Bewässerungsmanagement zukünftig effizienter gestalten soll. Zudem bietet die Zisterne eine zusätzliche Versickerungsmöglichkeit bei Starkregenereignissen, die in der stark versiegelten Innenstadt ebenfalls benötigt wird. Baubeginn wird voraussichtlich im Mai 2026 sein.
Als zweiter Standort wurde der Johannes-Kepler-Platz ausgewählt, um möglichst große Synergieeffekte mit der Sanierung der Stadtteilbibliothek Am Stern herzustellen, die ebenfalls – unabhängig von der Smart-City-Förderung – u.a. zukünftig als kühler Ort für den Stadtteil fungieren soll. Im Zuge der Planungen war die größte Herausforderung, weiterhin alle Funktionen und bisherigen Nutzungen auf diesem urbanen Platz zu ermöglichen. Aus diesem Grund wird die Mitte des Platzes weiterhin frei bleiben, um Markttreiben, das Stadtteilfest und weitere Veranstaltungen im Stadtteil zu gewährleisten. An den Rändern des Platzes sollen grüne Inseln entstehen, die auch mit Sitzgelegenheiten versehen werden sollen. Zu diesem Zweck werden großkronige Bäume gepflanzt, die angenehmen Schatten spenden sollen. Jeder Baum erhält zudem eine Baumrigole, die ähnlich wie die Zisterne am Steubenplatz, die Wasserversorgung in Dürreperioden unterstützen soll. Die Baumgruppen werden großzügig unterpflanzt, wodurch der Platz zusätzlich etwas stärker entsiegelt wird, um einen größeren kühlenden Effekt zu erzielen.
Eine Vorher-Nachher-Messung, mit Hilfe von Temperatursensoren, wird zur Evaluation der Teilmaßnahme genutzt. Das heißt es kann gemessen werden, um wie viel Grad Celsius sich das Mikroklima am jeweiligen Cooling-Point-Standort abgekühlt hat. Hierbei handelt es um eine langfristige Messung, da sich der kühlende Effekt im Laufe der Jahre, bspw. mit dem Wachstum der Bäume, verstärken wird. Darüber hinaus sollen Bodenfeuchtesensoren das effiziente Bewässerungsmanagement unterstützen.
Es handelt sich bei den Cooling Points ausschließlich um neu konzipierte Lösungen. Die Standorte sowie die gesammelten Temperaturdaten sollen auch in der Urbanen Datenplattform visualisiert werden und für die weitere Teilprojekte genutzt werden.
Maßnahmenfelder: Klimaschutz und Klimaanpassung; Quartiersentwicklung
Kontakt AG Smart City: AG-Smart-City@rathaus.potsdam.de